Patara Strand: Tiefblaues Meer, hellblauer Himmel und Geschichte zum Anfassen

An der Lykischen Küste finden Sie einen der schönsten Strände der Türkei. Erst kürzlich wurde er bei tripadvisor mit dem Travellers’ Choice Award 2014 ausgezeichnet. Gemeinhin wird der 18 Kilometer lange und bis zu 400 Meter breite Sandstrand als Strand von Patara bezeichnet. Diese Bezeichnung ist insofern kurios, als dass es gerade der Strand oder vielmehr der Sand war, der zum Niedergang der blühenden Stadt Patara führte.

Hellblauer Himmel und tiefblaues Meer – kleine Wellen plätschern heran – und Sand, feinkörnig und sauber, soweit das Auge reicht

Patara war einst eine wohlhabende und einflussreiche Stadt – vor allem zur Zeit des Römischen Imperiums, als sie die Hauptstadt der Provinz Lykien war. Der Wohlstand der Stadt beruhte auf einem geschützten Hafen, über den nicht nur Waren aus allen Teilen der antiken Welt importiert, sondern auch Produkte und Erzeugnisse aus dem lykischen Hinterland exportiert wurden. Händler, Reisende und Künstler machten hier Station, brachten Nachrichten und Neuigkeiten mit und flanierten durch die Stadt, die ihrem Status entsprechend, mit einem Theater, Thermen und Tempeln, Ehrenbögen und breiten Prachtstraßen repräsentativ ausgestaltet war. Im Hafenbereich hat sich ein großer quadratischer Podiumssockel erhalten – nach Ansicht der vor Ort tätigen Archäologen handelt es sich hierbei um den ältesten Leuchtturm der Welt. Übrigens: in Patara wurde der Heilige Nikolaus von Myra geboren, dessen Feiertag auch bei uns am 6. Dezember begangen wird, und so entstanden in diesem für die Christen sehr bedeutenden Ort mindestens zwölf Kirchen.

Doch stetig lagerte sich Flugsand an der Küste ab, im Laufe der Jahrhunderte versumpfte der Ankerplatz immer mehr und verlandete schließlich. Von dem einst recht großen Hafenbecken ist nichts mehr zu sehen. Heute ist Patara eine Ruinenstätte – niemand wohnt mehr hier. Dafür kann man die ausgegrabenen und zum Teil restaurierten antiken Bauten besichtigen. Obwohl der Strand so unglaublich viel Platz bietet, das Wasser herrlich klar ist und der Sand ganz fein, ist die Gegend nicht von großen Hotelanlagen und Massentourismus geprägt. Die unter Schutz stehende Meeresschildkrötenart Caretta caretta legt hier nämlich ihre Eier ab, so dass der Strand ein Naturschutzgebiet ist und große Bauvorhaben (bislang) keine Chance haben. Im nahen Gelemiş, einem kleinen Ferienort, gibt es Unterkünfte und nette Restaurants.

Genießen Sie Sonne und Meer, Ruhe und Natur am längsten Sandstrand der Südtürkei

Am anderen, dem westlichen, Ende des längsten Sandstrandes der Südtürkei ist noch weniger los. Frühmorgens, solange es noch nicht zu heiß ist, kommen die scheuen Sandkrabben aus ihren Löchern und vielleicht läuft auch Ihnen zwischen den Eukalyptusbäumen ein kleines Chamäleon über den Weg! Saisonal haben ein Restaurant und eine Strandbar geöffnet, aber nur vereinzelte Touristen kommen zum Baden vorbei. Hier lassen sich entspannte Tage am Meer verbringen, fernab von Lärm und Hektik. Und wem es doch zu langweilig wird, der kann eine nahegelegene antike Burgruine erkunden: Die Festung Pydnai wurde in hellenistischer Zeit (also der Epoche, die auf die Eroberungen von Alexander dem Großen im 4. Jh. v.Chr. folgte und bis ins 1. Jh. v.Chr. andauerte) errichtet. Die Wehrmauer ist über einen Meter dick und manche der ehemals 13 Türme mit ihren Schießschächten sind noch über zehn Meter hoch erhalten. Treppen führen auf die Laufgänge, die von Zinnen geschützt werden. Die Zinnen allerdings wurden in späterer Zeit hinzugefügt, sie bestehen aus Bruchstein und Mörtel, einem Baustoff, der in der griechischen Antike nicht verwendet wurde. Die in der Festung stationierten Soldaten bewachten und kontrollierten den Zugang zur Bucht von Xanthos und zum Letoon. Xanthos war in jener Zeit die bedeutendste Stadt Lykiens und das Letoon ein überregional bekanntes Heiligtum zu Ehren der Göttin Leto, der Mutter von Artemis und Apollon – zu diesen interessanten Stätten jedoch an anderer Stelle mehr.